Bozi Dar, das ist nicht nur der Name der höchstgelegensten Stadt Europas, am Hang des Fichtelberges gelegen, sondern gleichzeitig auch Programm.
Aber beginnen wir mal am 01. 09. 2011, so gegen 08:00 Uhr, an der A 19 Tanke Recknitztal.
Dort trafen sich der Presi, Hurrel, Udo, Ulle und Deedee, um die kommenden rund 600 km in Angriff zu nehmen. Der Presi und Ulle wählten das Auto und es war
schon erstaunlich, Sven in einem Fahrzeug mit weniger als 600 PS zu sehen.
Die anderen 3 waren wie gehabt per Mopped unterwegs, und nach einem kräftigen Frühstück ging es los Richtung Kullmans Diner, was ja auch schon sowas wie ein
Reisestammlokal ist.
Dort gabs nochmals ne Stärkung und dann fuhren der Presi und Ulle auf direktem Weg nach Bozi Dar, während Hurrel, Udo und Deedee mal wieder die Autobahnlose
Tour zum selben Ziel in Angriff nahmen.
Udos Navi, das als Reiseleiter fungierte, führte uns geile Strecken entlang, so das die nächste Pause bereits im tiefen Sachsen, speziell in Oschatz, stattfand.
Und Oschatz sollte ein ordentliches kulturelles Ereignis geboten bekommen, was in den Stadtchroniken mit Sicherheit seinen gebührenden Platz finden wird.
Zuvor gabs aber erst mal nen Kaffee und diverse Kaltgetränke.
Danach stellte Udo fest, das es entschieden zu warm ist, um mit mehr als einer symbolischen Hose am Leibe, weiterzufahren. Allerdings mangelt es auf dem
Oschatzer Markt deutlich an Umkleidekabinen oder ähnlichen Örtlichkeiten, so dass unser geschätzter Bruder eine kleine Entblößungsshow allererster Güte und unter begeisterter Anteilnahme der
Eingeborenen hinlegte.
Der Spontanbeifall war jedenfalls enorm und so manche Oschatzerin hatte auf einmal einen verklärten Blick.
Weiter ging es dann Richtung Ziel. In Oberwiesenthal, kurz vor dem Ziel, trafen wir dann auf unseren AltPresi Bernd II und Udos Bruder Dirk. Nach kurzer, aber
freudiger Begrüßung und einem kleinen Wiedersehensgetränk ging es auf die letzten 4 km.
Die Freude war groß, als wir unsere Wirtin Hana begrüßen konnten, zumal der Presi und Ulle auch schon die Qualität von Bier und Slivovice voruntersucht hatten
und uns versichern konnten, dass die Getränke, wie immer, vom Feinsten sind.
Also gab es auch die erste(n) Begrüßungsrunde(n) und der Abend nahm seinen vorbestimmten Verlauf.
Kurz darauf traf auch der Fürst ein, diesmal auch leider mit Auto, und gab eine Kostprobe von Motorradbekleidung für Senioren und andere
Problemfälle.
Naja, Anfangs wohl auf jeden Fall erst mal Gewöhnungsbedürftig.
Es gab genügend Gründe und Anlässe zu feiern und so wurde es ein lustiger und langer Abend. Kulinarisch bestens versorgt durch Hana und Ihre Kolleginnen hatten
wir auch die richtige Grundlage, um die kommenden Aufgaben zu meistern.
Unser langjähriger Freund Robert war auch kurz da, mußte aber an diesem Abend noch nach Prag zurück. Allerdings wurde für den nächsten Tag ein Treffpunkt
vereinbart, von dem es dann zu einer ersten Moppedtour losgehen sollte.
Aber noch war der erste Tag nicht vorbei. Da es viel zu bereden gab kam es immer häufiger zu Austrocknungserscheinungen im Gaumen- und Kehlkopfbereich.
Glücklicherweise konnte uns aber schnell und unbürokratisch von Hana mittels Verabreichung diverser tschechischer Medizintinkturen wie Pilsener Urquell und Slivovice geholfen werden, so dass die
körperliche Unversehrtheit gewahrt wurde.
Der Alterspresi hatte zu jeder denkbaren und undenkbaren Situation den passenden Witz oder Spruch auf Lager, so das die Zwerchfelle der Beteiligten auch aufs
äußerste strapaziert worden sind. Gegenmittel siehe zuvor.
Irgendwann ist dann auch der letzte ins Bett gegangen. Wann genau, interessiert aber keinen.
Als Deedee früh gegen 08:00 Uhr aus dem Fenster sah, saßen Udo, Dirk und Bernd II am vollgestellten Tisch, so das nicht ersichtlich war, ob sie noch oder
schon wieder zugange waren. Glücklicherweise stellte sich heraus, das es sich um das morgendliche Frühstück handelte. Ein Blick in Alterspresis rote Augen sagte alles über den Kampfgeist der letzten
Stunden. Respekt.
Sportlich gerüstet, zumindest mit adidas-Jacke, erschien auch der Presi. Man konnte sehen das er, auf jeden Fall in Gedanken, die Strecke zum Fichtelberg
mindestens 2 mal hinauf gejoggt ist. Auch dafür Respekt.
Nach einem aber sowas von reichlichen und fantastischen Frühstück ging es dann los zur ersten Tagestour. Wie üblich zu Beginn hoch zum Fichtelberg, wo es bei
bester Aussicht erst ein paar Fotos und dann eine sagenhafte Bärendomestizierung durch den Alterspresi gab. Beide machten aber dabei und danach ein zufriedenes Gesicht.
Weiter ging es, da wir uns ca. 50 km weiter mit Robert treffen wollten. Am vereinbarten Treffpunkt wartete dieser schon auf uns, so dass es auch gleich zum
nächsten Ziel gehen konnte, nämlich das kleine Örtchen Chyse.
Nun wird das nicht jeder kennen, allerdings ist das vom Feinsten restaurierte Schloß mit der dazugehörigen Schloßbrauerei mehr als eine Reise wert. ECC &
Kultur, auch das passt zusammen. Allerdings muß man sagen, dass die Schloßbrauerei den Löwenanteil unserer Aufmerksamkeit bekam und das dortige Hausgebraute schlichtweg ein richtiges klasse Bier
ist.
Da auch das Essen und die freundliche Bedienung nichts zu wünschen übrig ließen wurde der Kulturteil mit einem Foto vor den Braukesseln
abgeschlossen.
Die Fahrt ging weiter über herrlich kurvige Straßen durch den Tschechischen Teil des Erzgebirges und es ist erstaunlich, wo Tourguide diese immer wieder
herbeizaubert. An dieser Stelle schon mal allergrößten Dank und Respekt für Robert.
Es gab auch Ausfälle, die jedoch nicht die Moppedfraktion betrafen, sondern unsere beiden Autorecken. Ihnen wurde, nach eigenen Angaben, schwindelig vom
Straßenprofil, so das sie sich auf den Rückweg in unsere Pension U Snehulaka (Zum Schneemann) machten.
Mit dem Moppeds ging es weiter über tolle Straßen und durch herrliche Berge. Die nächste Pause wurde in Cheb, am Stausee gemacht. Harte Biker essen Eisbecher,
so sagt man doch. Ist ja auch egal, auf jeden Fall haben sie geschmeckt.
Zurück ging es dann über die größtenteils neugebaute Autobahn, so das nach rund 200 km die Heimankunft in der Pension erfolgte.
Dort trafen wir auf Volker, den alten/neuen Bekannten von Sven.
Die drei waren schon bei der Getränkeverkostung und präsentierten nebenher ihre käuflichen Erwerbungen wie Gartenzwerge, -hunde und ähnliche
Subjekte.
Ein Gartenmops brachte sogar einen echten Hund zum verzweifeln, was für allgemeine Heiterkeit, auch bei den Besitzern, sorgte.
Da Volker auch kein Kind von Traurigkeit ist und einem leckeren Getränk nicht ablehnend gegenübersteht ging es ungezwungen zum Abendprogramm über.
Eingeleitet mit einem Abendessen aus der tschechischen Küche, diesmal Gulasch mit Knödel, ging es schnell hoch her. Bernd II mußte aus Gründen, die ihren
Ursprung am Vorabend hatten, um einiges kürzer treten. Das tat der allgemeinen Feierlaune aber keinen Abbruch, denn als Ereignis des Jahres stand die Hochzeit unseres Presis vor der Tür. Das heißt,
aus und vorbei mit dem Junggesellenlotterleben !!!
Eine spontane Themenfeier wurde aus dem Boden gestampft, allerdings gibts dazu nichts zu veröffentlichen. Es wurde spät? oder früh? Je nach
Betrachtungsweise.
Nur soviel sei gesagt, der nächste Morgen begann für einige mit einem gepflegten Aspirinfrühstück.
Die Tour darauf konnte aus genannten und durchaus verständlichen Gründen nur mit Verspätung und leicht gekürzt in Angriff genommen werden.Es waren aber immerhin
Bernd II, Udo, Dirk und Deedee bei Roberts Fahne angetreten. Unter Roberts umsichtiger Führung näherten wir uns auf verschlungenen und für uns neuen Wegen Karlsbad. Da wir ihm
grundsätzlich Blindlings vertrauen folgten wir ihm auch diesmal wieder bedenkenlos.
Eine leichte Verwirrung mit einem damit verbundenen Aufstellen der, soweit vorhandenen, Haare machte sich aber schon breit, als er uns auf einer
Kopfsteinpflasterstraße, die gefühlte 125% Gefälle aufwies, zu einem für Moppeds geeigneten Parkplatz direkt am Boulevard führte. Der erste Gang war als Bremsfallschirm überfordert, die Bremsen
qualmten und klapperten, aber alle Todesmutigen kamen ohne Bodenberührung unten an. Jeder Gedanke, das man da auch wieder hoch muß, wurde erstmal
verdrängt-ECC, ECC, ECC !!!
Dann kam der angenehme Teil. Bei sommerlicher Hitze mischten wir uns unter die Erholungssuchenden und Wassertrinkenden, erfreuten uns an den flanierenden
Schönheiten (und davon gab es so einige mit XL-Beinen, auf die Länge bezogen). Mannomann. Aber auch das kann uns Schichtarbeiter nicht ernsthaft erschüttern oder gar ablenken, so dass wir zum
wichtigen übergehen konnten. Karitativ wie wir sind dachten wir sofort an unseren (leicht gehandicapten) Presi, als wir die Grundausstattung für Karlsbader Heilwasserkonsumenten sahen. Wir
kauften ihm ein für sein Gebrechen passendes, nützliches und praktisches Geschenk........ ein Prachtexemplar der Karlsbader Schnabeltassen. Diese wird zweifelsohne den Heilungsverlauf wesentlich
beschleunigen.
Nach einem Eis am Stiel kletterten wir wieder auf die Moppeds, meisterten auch noch den nicht minder steilen Anstieg auf der Buckelpiste und fuhren heimwärts.
Allerding, nicht ohne einen Abstecher zu der vom Alterspresi empfohlenen, von einigen schon im Vorjahr getesteten und richtig guten Pension H (bei Frantisek) zu machen. Dort gab es Wegzehrung und
Kaltgetränke.
EMPFEHLUNG : Der Wildgulasch mit Preiselbeeren und Knödeln dürfte, unserer kundigen Einschätzung nach, weltweit einsame Spitze sein.
Udo ignorierte unser Kommunikationsgebahren und dallerte exzessiv mit seinem Handy herum. Damit besetzte er in voller Gänze Ulles Verhaltensmuster und wurde von
uns kurzerhand zum U.v.D ernannt, dem sogenannten Ulle vom Dienst.
Die letzten Kilometer würzten wir mit einem Besuch des Keilberges. (1244 m) Bei Sommerwetter pur und herrlicher Weitsicht störte nur das
vermeintlich aufziehende Gewitter etwas, aber zum Glück hatte das eine rein biologische Ursache. Allerdings muß diese Respektsleistung von Udo hier auch entsprechend gewürdigt
werden.
Der Presi, der Fürst, Hurrel und Ulle nutzten den Tag als Rekonvaleszenten nach der Jungesellenabschiedsparty. Immerhin waren (die meisten) nach unserer
Ankunft wieder Ansprechbereit und reagierten auf Lichtreflexe.
Langsam ging es nun an die Vorbereitungen zu unserem Aufbruch zu einem BIERFEST in Zaal, einer rund 60 km entfernten Kleinstadt. Als erstes erfolgte die
Übergabe unseres Geschenkes an den Presi, selbstverständlich aus gegebenen Anlass mit Pilsner Urquell gefüllt und sehr ergonomisch wertvoll, wie er freudig bestätigte.
Danach folgte, wie immer, ein königliches Abendessen. Hana schlug mal wieder dem Fass den Boden aus und kredenzte eine Schlachteplatte, die von der schieren
Fleischmenge selbst die härtesten Biker und deren Fassungsvermögen überforderte. Wir schlugen uns tapfer und kletterten danach in Roberts VW-Bus bzw. Presis Langsamläufer.
In Formationsfahrt jagten wir durch Böhmen, tauschten im Marinestil Lichtsignale aus, flogen an einem woher auch immer gekommenen Bahnübergang kreuz und quer
durch den Innenraum und erreichten schließlich doch die Tränke.
Dort schubsten sich Tausende an Bierständen und Bratwurstbuden entlang. Wir wären aber nicht wir, wenn wir nicht einen bequemen Platz im Bierzelt, unmittelbar
neben der Zapfanlage, gefunden und besetzt hätten.Also pflanzten wir uns nieder und ließen das Bier laufen.
Der Tscheche im Allgemeinen ist trinkfreudig, das Bier schmeckt im Nachbarland bestens und die vielen hübschen Mädchen wurden auch noch immer schöner. Unsere
Köpfe änderten permanent die Peilung, um all diese Naturwunder visuell gebührend zu würdigen.
Die Heimfahrt zur Pension wurde dort mit einem Absacker abgerundet und vollendet.
Am Sonntagmorgen musste aus teils Arbeitstechnischen, teils Gesundheitsbedingten und nicht zuletzt Hochzeitsrelevanten Gründen die Heimreise angetreten werden.
Getrennt marschieren-gemeinsam schlagen, das war die Devise unserer Abreise.Der Presi fuhr mit Ulle und Hurrel im Auto direkt gen Norden, der Fürst auch auf vier Rädern Richtung Mainz, Dirk zum
nächsten Urlaub in den Harz, Robert nach Prag und der Alterspresi, Udo und Deedee erstmal gemeinsam nach Leipzig. Dort gab es noch einen kleinen Imbiss im Barfußgässchen, einen Kulturabstecher
zum Auerbachs Keller und danach zog Udo gen Papenburg, die beiden Übrigen direkt nach Rostock.
Die Pflicht ruft, leider, denn ohne Kohle kein Dampf.
Es war, wie nun schon einige Jahre zuvor auch, wieder eine total geile Tour, an die sich die Beteiligten ganz sicher gerne und lange erinnern
werden.
Unser spezieller Dank gilt Hana und Ihrem Team für die unübertroffene Gastfreundschaft und Ihre Geduld mit uns, sowie Robert für seine großartige Unterstützung
und Planung, ohne die diese Tour so garnicht möglich gewesen wäre. Dank und Respekt unseren tschechischen Freunden, wir kommen ganz sicher wieder !
Deedee & Alterspresi